Mein Name ist Hase

Samstag, Juni 20, 2009

SPEEDY GONZALES - Die Schnellste Maus von Mexiko


Auch bei Speedy setzten die Privaten Fernsehsender die Schere an. Nicht anders als bei "Mein Name ist Hase" wurden die Folgen thematisch anders zusammengestellt, mit Titeln versehen und Speedy Gonzales' Ansagen großteils entfernt oder umgeschnitten. Am Ende jeder Folge (mit fünf Cartoons) sagte Speedy (bzw. Joachim Tennstedt, seine deutsche Stimme) nämlich den Spruch auf: "...nicht vergessen: Immer schnelle, immer helle, gelle!" und zwinkerte mit seinem linken Auge.


Während bei Pro7, Kabel 1, Junior und Co. grundsätzlich ein Roadrunner/Coyote-Cartoon zu sehen war, gab es beim ZDF in den ersten Folgen stattdessen "Merlin The Magic Mouse" (dt. Stimme: Heinz Theo Branding, bekannt als "Fred Feuerstein" zum Donnerkiesel) und "Cool Cat" (Sprecher: Joachim Kemmer). Sowohl Cool Cat als auch Merlin sind späte Looney Tunes, jedoch weit weniger bekannt als z.B. Bugs Bunny. Zudem wirkt vieles wie bei Hannah Barbera und Pink Panther abgekupfert. Warner Bros. veröffentlichten Merlin und Cool Cat in den späten 60er Jahren, was wiederum in Einklang mit den Rudy Larriva-Cartoons mit Daffy Duck, Speedy Gonzales, Sylvester, Roadrunner und Coyote steht. Diese bildeten die Grundlage für "Die Schnellste Maus von Mexiko", haben jedoch meist nicht den Flair der früheren Looney Tunes und Merrie Melodies und sind deshalb bei den Fans weit weniger beliebt. Erkennen kann man diese Cartoons an der Hintergrundmusik und am damals aktuellen Warner Bros.-Logo.


Weitere Infos unter: http://www.zeichentrickserien.de/mexiko.htm

Leider sind von den Inhalten, wie sie seinerzeit im ZDF liefen nur wenige bekannt. Feststellen ließ sich aber zumindest die Aufteilung von fünf Folgen der schnellsten Maus:


- Go Go Amigo (1965) mit Daffy Duck und Speedy Gonzales
- Hocus Pocus Powwow (1968) mit Merlin The Magic Mouse
- Tease For Two (1965) mit Daffy Duck und den Goofy Gophers
- See Ya Later Gladiator (1965) mit Daffy Duck und Speedy Gonzales
- Assault And Peppered (1965) mit Daffy Duck und Speedy Gonzales


- Swing Ding Amigo (1966) mit Daffy Duck und Speedy Gonzales
- Crow's Feat (1962) mit Elmer Fudd
- Bugged By A Bee (1969) mit Cool Cat
- A Taste Of Catnip (1966) mit Daffy Duck und Speedy Gonzales
- Speedy Ghost To Town (1967) mit Daffy Duck und Speedy Gonzales


- Daffy Rents (1966) mit Speedy Gonzales und Daffy Duck
- Injun Trouble (1969) mit Cool Cat
- Chili Corn Corny (1965) mit Speedy Gonzales und Daffy Duck
- Hippydrome Tiger (1968) mit Cool Cat
- Moby Duck (1965) mit Speedy Gonzales und Daffy Duck


- Mexican Boarders (1962) mit Speedy Gonzales und Daffy Duck
- D'Fightin' Ones (1961) mit Sylvester
- Corn Plastered (1951)
- Skyscraper Caper (1968) mit Speedy Gonzales und Daffy Duck
- Nuts And Volts (1964) mit Speedy Gonzales und Sylvester


- Big Game Haunt (1968) mit Cool Cat
- Nelly's Folly (1961)
- Louvre Come Back to Me (1962) mit Pepe Le Pew
- Señorella and the Glass Huarache (1964)
- Ring Wing-Ding (1968) mit Cool Cat

Für Pepe Le Pew (Louvre Come Back to Me) sprach übrigens der bekannte Schauspieler und Synchronsprecher Friedrich Schoenfelder. Allen o.g. Speedy-Folgen ist gemein, dass nach dem Vorspann mit der Titelmusik ein kurzes Standbild mit blauem Hintergrund folgt, auf dem die Charaktere Daffy Duck, Sylvester und Speedy Gonzales zu sehen sind. Obwohl "Die Schnellste Maus von Mexiko" erst 1979 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, lautete der Copyrightvermerk MCMLXXII (1972).


Inzwischen scheint alles noch merkwürdiger. Offenbar hat das ZDF bei der wiederholten Ausstrahlung von Speedy Gonzales bereits Änderungen vorgenommen. So gibt es eine ältere Version von "Senorella And The Glass Huarache", bei der sich (wie im Original) zwei Typen, von denen man nur den Schatten auf einem Theaterplakat an der Wand sieht, unterhalten. Der eine von ihnen (Stimme: Gerd Duwner) erzählt die Geschichte der hübschen Senorella und ihrem "Prinzen". In der zweiten Fassung erzählt Speedy Gonzales (Joachim Tennstedt) die Geschichte aus dem Off. Das Plakat fehlt, wohl wegen des englischen Textes. Leider ging auch der Schlussgag, dass der Erzähler die böse Schwiegermutter geheiratet hat, verloren. Ansonsten ist der Text mit der frühen Synchronfassung identisch. Die neuere Version lief zum letzten Mal im Jahr 2004 im deutschen Fernsehen.

Wer sich den SPEEDY-Vorspann der Privaten genau anschaut, erkennt, dass an zwei Stellen neues Bildmaterial eingefügt wurde. Bei der Szene als Sylvester mit dem Bauch an der Reeling hängenbleibt, stand ganz früher "Redaktion Gerd Mechoff". Und als Daffy am Ende der Strickleiter angelangt "im Auftrag des ZDF". Bei der Erstausstrahlung gab es offensichtlich noch keinen Abspann mit Musik. Der wurde erst später hinzugefügt und bei den Privatsendern nochmals ausgetauscht, damit man die ZDF-Credits nicht sieht.



Das Bildmaterial des Speedy Gonzales-Intros stammt von der Merrie Melodies Show, die in den 1970er Jahren im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Es fehlen nur die Luftaufnahme der Warner Bros. Studios und das "Merrie Melodies"-Logo. Alle Zeichentricksequenzen wurden für die deutsche Fassung übernommen. Das deutsche Titellied ist eine Eigenkomposition, intoniert vom Eric Frantzen Orchester und Chor.


So schön das Titellied, so nervig der restliche Soundtrack. Auch wenn die späten Looney Tunes nicht mehr die musikalische Qualität der 1940er und 50er Jahre haben, erzeugen die Klimpertöne der Herren Amper, Strittmatter und Kanzelsberger doch eher die Atmosphäre des verstimmten Klaviers eines Kneipenpianisten.



Ironischerweise kommen im Vorspann zwei Szenen aus Daffy Duck-Cartoons vor, die nie in der Show liefen. Zum einen ist das "Deduce, You Say", wo Daffy als Sherlock Holmes-Verschnitt mit dem Schnabel im Fußboden steckenbleibt. Dieser Cartoon lief in Deutschland nur in der "Schweinchen Dick"-Show. Daffy als maskierter Rächer im Wilden Westen stammt dagegen aus "My Little Duckaroo" von dem es garkeine deutschsprachige Version gibt.

Zu den Einzelcartoons.
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